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Im März `99 brachen wir auf, um den Sunshine State zu erkunden. Vier Wochen
sollte unser Traumurlaub dauern. Gebucht waren der Flug mit der Lufthansa ab
Berlin Tegel via Frankfurt nach Miami, der Mietwagen, der beim ADAC recht
günstig war, sowie das Hotel für die erste Nacht in Miami. Am 18. März war
es dann endlich so weit und die große Reise begann. Nach circa 16 Stunden
Reisezeit setzten wir Fuß auf das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Welcome to Miami!
Für unseren vierwöchigen Aufenthalt hatten wir uns einiges vorgenommen. Entgegen anders lautenden Gerüchten hat der Staat Florida nämlich viel mehr zu bieten als "fun in the sun". Unsere Route sollte die Highlights abdecken, aber auch genügend Zeit für Verschnaufpausen bieten. Zunächst erkundeten wir Miami sowie Fort Lauderdale, anschließend wollten wir die Florida Keys besuchen, was sich aber als schwierig gestaltete. Von Miami aus wollten wir ein Motelzimmer auf Key West buchen, doch der Springbreak machte uns einen Strich durch die Rechnung, so daß an ein Motelzimmer, noch dazu ein günstiges, nicht zu denken war. Also verschoben wir den Drink in Hemmingways Lieblingskneipe um gute zwei Wochen und brachen in Richtung Westküste auf, wobei wir zunächst auch an den Everglades vorbeifuhren. Die nächste Station war Fort Myers, wo es das Edison-Winter-Home zu sehen gibt. Ganz in der Nähe, auf Sanibel Island, kommen Muschelfreunde auf ihre Kosten. Frühes Erscheinen, am besten kurz nach Sonnenaufgang, sichert die beste Ausbeute, denn Sanibel Island ist längst kein Geheimtip mehr. Ein fast noch als Geheimtip zu bezeichnende Sehenswürdigkeit, an der man unserer Meinung nach auf keinen Fall vorbeifahren sollte, ist das Naturschutzgebiet Corkscrew Swamp Sanctuary. Auf keinen Fall das Teleobjektiv vergessen! In den nächsten Tagen fuhren wir auf der Golfseite Floridas weiter in Richtung Norden. Das folgende Ziel war Sarasota, vielmehr das Ringling Museum of Art, einerseits Kunstmuseum mit einigen alten flämischen Meistern und ziemlich spektakulärer moderne Kunst, andererseits Zirkusmuseum und Wohnhaus der Zirkusbrüder. Die folgenden Etappenziele waren St. Petersburg und Tampa. In St. Petersburg kann man das Salvador Dali Museum besuchen und sich von den überwältigenden Meisterstücken beeindrucken lassen. Als Kontrastprogramm dazu empfiehlt sich ein Besuch von Buschgardens, einer Kombination aus Vergnügungspark und Zoo in Tampa. Im wahrsten Sinne des Wortes völlig abgefahren! Am nächsten Tag fraßen wir Meilen, denn wir wollten in nordwestliche Richtung, um den Caverns State Park nördlich von Marianna zu erkunden. Eine Wanderung durch das Höhlenlabyrinth voller bizarrer Stalagtiten und Stalagmiten und ein fauler Nachmittag am Blue Whole, das alles andere als blue war, bestimmten den Tag. Unser weiteres Vorhaben, nach New Orleans zu fahren, fiel wegen eines Unwetters über der Stadt ins Wasser, so daß wir nur bis Pensacola kamen. Dort gibt es traumhafte Strände, doch in unserem Fall leider auch Ausläufer des Unwetters über New Orleans, was für uns Rückfahrt Richtung Orlando bedeutete. In Orlando sahen wir uns zuerst die Universal Studios an. Abgesehen von den langen Wartezeiten vor jeder Attraktion, die ungefähr 45 bis 70 Minuten betrugen, war es ein gelungener Tag. Am nächsten Tag war die Church Street Station Orlandos angesagt,ein stillgelegter alter Bahnhof, der jetzt Restaurants und Bars beherbergt. Da wir gut im Zeitplan lagen, beschlossen wir, einen Abstecher nach St. Augustine zu machen, der ersten permanenten europäisschen Siedlung auf dem zusammenhängenden Staatsgebiet der USA. Hier verbrachten wir auch die Ostertage und hatten Gelegenheit, uns eine Osterparade anzusehen. Im Anschluß fuhren wir die Ostküste entlang Richtung Süden, sahen uns den asphaltharten Strand von Daytona Beach an, der Dank des nun beendeten Spring-Breaks wieder relativ viel Platz bot. Den nächsten und unserer Ansicht nach beeindruckensten Höhepunkt bot das Kennedy Space Center, welches aber sehr überfüllt war, so daß wir die in den Universal Studios erworbene Gabe der Geduld nutzen mußten, was sich aufgrund der hohen Temperaturen ziemlich schwierig gestaltete. Doch für diesen Besuch hätten wir auch manch andere Strapaze in Kauf genommen. Schwer beeindruckt traten wir die letzte große Etappe an, die uns nach Homestead führte, unsere Station für die nächsten Tage. Homestead könnte man als Tor zu den Everglades und den Florida Keys bezeichnen, auf jeden Fall ist es ungleich preiswerter, sich dort einzumieten und die Fahrt nach Key West und zurück an einem, wenn auch sehr langenTag zu bestreiten. Zuerst zogen uns die Everglades magisch an. Ich kann nur empfehlen mit dem Anhinga Trail am Anfang des Nationalparks zu beginnen, am besten unter der Führung eines Rangers. Hier gibt es allerlei Getier zu sehen, doch die Informationen des Rangers machen es erst richtig interessant. Wenn man vorhat, mit einem Kanu das Mangrovendickicht zu durchqueren, reicht ein Tag zur Erkundung der Everglades nicht aus. Der nächste Ausflug führte uns nach Key West, wobei wir die anderen Inseln der Inselkette links liegen ließen, weil wir am selben Abend wieder nach Homestead wollten. Key West hat wirklich Charme, der Gingerbread-Stil der Häuser ist schön anzusehen und die Temperaturen waren hart an der Schmerzgrenze (jedenfalls für mich hitzeanfälliges Wesen). Der Höhepunkt des Tages war der Sonnenuntergang, der nicht einfach nur zur Kenntnis genommen wird, sondern auf Key West zelebriert wird. Key Largo war das nächste Ziel unserer Wahl, genauer der John Pennekamp State Park, ein Unterwasserschutzgebiet, das das größte lebende Korallenriff Nordamerikas beherbergt. Hier war eine Schnorcheltour angesagt, bei der wir den "Christ of the Deep" betrachten konnten. Ich warne Neugierige: wir waren so begeistert von der Unterwasserwelt, daß wir einen Tauchkurs begonnen haben, der zur Zeit noch andauert. Die letzten Tage unseres Urlaubs verbrachten wir badend, bummelnd und mit dem Kopf voller toller Eindrücke in Miami. |
Stand: 17.04.04